Last Butterfly von Sky- (Matt, Mello, BB vs Kira) ================================================================================ Kapitel 14: Misas Wandlung -------------------------- Es war ein richtiger Schock gewesen als Akito plötzlich zusammengebrochen war, nachdem Misa eine Herzattacke überlebt hatte. Die Ärzte hatten ihn zum Glück wieder stabilisieren können, aber trotzdem blieb noch die Frage offen, wie das überhaupt passieren konnte. Misa musste ebenfalls über Nacht im Krankenhaus dableiben. Einmal zur Beobachtung weil sie eine Herzattacke gehabt hatte und weil sie den Schrecken über Akitos Zusammenbruch nicht ganz verkraftet hatte. Während Rebirth sich für beide aufopferte und sie in jeder möglichen Sekunde besuchte, arbeiteten Matt und die beiden Problem-Geschwister wie besessen an der Stürmung des Tempels und ließen sich kaum noch blicken. Der Jahrestag des abgebrannten Waisenhauses in Winchester rückte immer näher und Mello stand vor dem Spiegel und betrachtete seine Narbe. Irgendwie musste er an Near denken und fragte sich was wohl wäre wenn er noch am Leben wäre. Immerhin musste er sterben nur weil er nicht auf ihn aufgepasst hatte, so wie Roger es ihm aufgetragen hatte. Wenn er selbst nicht so durcheinander und verängstigt gewesen wäre, dann hätte er außer Matt noch jemanden retten können. Diese Tatsache verfolgte ihn schon seit Jahren und bis heute hatte er sich das nicht verzeihen können. Wiedergutmachung konnte er nicht leisten aber er würde Kira bezahlen lassen. Plötzlich kam Rumiko herein um ihre vergessene Haarbürste zu holen. „Entschuldigung, ich wollte nicht stören.“ „Nein, schon in Ordnung. Ich bin auch nachher wieder weg.“ „Gehst du ins Krankenhaus?“ Nein, Mello hatte andere Pläne. Er wollte den Kiratempel von außen untersuchen und die Finalrunde so schnell wie möglich antreten, damit alles schnell überstanden war und Misa und ihr Sohn nicht noch mehr ertragen mussten. „Ich will ja nichts dergleichen behaupten aber ich habe eine sehr schlimme Vorahnung“ murmelte Rumiko und wollte eigentlich gehen, doch sie blieb im Türrahmen stehen. „Ich habe das Gefühl dass etwas Furchtbares passieren wird.“ Etwas irritiert sah er Rumiko an und zog sich sein Hemd und dann seinen Pullover an. „Wie kommst du darauf?“ „Wir sollten so schnell wie möglich ins Krankenhaus.“ Doch Mello glaubte eher dass sie ihn nur verunsichern wollte und hielt es für besser das einfach zu ignorieren. Stattdessen ging er zu Matt, der unter einem riesigen Stapel Disketten, CDs und Festplatten begraben lag und versuchte gerade sich zu befreien. „Vielleicht solltest du mal aufräumen.“ Doch er kannte Matt lange genug um zu wissen, dass dieser einfach zu faul zum Aufräumen war und so half er ihm, alles zu stapeln und brachte ihm einen extra starken Kaffee. Für die paar Stunden war Matt wirklich sehr weit mit seiner Arbeit. Er hatte sämtliche Pläne und Fotos zusammengesammelt und einige Daten konnten noch sehr hilfreich sein. „Misa hatte wirklich recht, der Tempel ist besser gesichert als Fort Knox! Der Tempel ist wie ein hochkompliziertes Labyrinth aufgebaut und wenn einmal der Alarm ertönt, werden sämtliche Türen verschlossen und die Soldaten gelangen über direktem Weg zu den Eindringlingen, die in der Sackgasse sitzen und sofort erschossen werden. Es gibt drei Ebenen: Die erste ist alles, was sich an der Oberfläche befindet. Wer an den Überwachungskameras vorbei kommt, betritt schließlich Ebene 2, wo man sich mit mindestens 100 Soldaten herumschlagen muss, die von dieser und von der vorigen Ebene kommen und die Eindringlinge einkesseln. Bis jetzt hat noch niemand die letzte Ebene erreicht, wo sich Kira selbst aufhält. Mello, ich sag das nur sehr ungern aber das was du vorhast ist glatter Selbstmord. Selbst mit Rumiko, Beyond und mir wirst du das unmöglich schaffen.“ Schweigend saß Mello da und sah sich die Pläne an. Matt hatte recht, das war reiner Selbstmord. Kira hatte wirklich alles perfekt durchgeplant zu seinem eigenen Schutz und er sah auch keine Möglichkeit da durchzugehen ohne über den Haufen geschossen zu werden. Selbst mit fünfzig Mann würde es schwer werden, wenn nicht sogar unmöglich. Vielleicht sollte er Rumiko und Beyond fragen, ob sie vielleicht einen Plan hatten, immerhin waren sie ja solch lebensgefährliche Situationen gewöhnt. Doch als er nach ihnen suchte, fand er nur Beyond, der gerade dabei war ein Sudoku zu lösen. „Wo ist denn Rumiko?“ „Die ist zum Krankenhaus gefahren… Was gibt es?“ Mello begann ihm die Lage zum Kiratempel zu schildern und zeigte ihm die Pläne. Beyond nahm sie entgegen und sah sich alles genauestens an. Schließlich holte er einen Stift heraus und begann etwas am Rande zu notieren und überlegte. „Wirklich sehr schwer, aber unmöglich sollte es nicht sein. Zumindest dann nicht, wenn wir alle Ebenen infiltrieren. Ich würde persönlich vorschlagen dass ich in die Kommandozentrale der ersten Ebene gehe und die Steuerung übernehme. Wenn Matt irgendwas in der Hinterhand hat, kann ich mich in das System hacken und euch in die nächste Ebene führen. Wenn Rumiko in der zweiten bleibt und Feuerschutz gibt, dürftest du mit Rebirths Hilfe in die letzte Ebene gelangen.“ „Aber das ist trotzdem gefährlich und nicht sehr gewinnversprechend.“ Dem musste Beyond zustimmen. Wenn jeder auf sich allein gestellt war, dann betrug die Chance, dass einer von ihnen sterben würde fast 95%. Aber was für eine andere Wahl hatten sie sonst? Nur wenn sie sich aufteilten und die Ebenen einnahmen, konnten sie bis in die letzte vordringen und Kira stellen. Doch dazu musste auch wirklich jeder bereit sein, im Notfall sein Leben zu lassen. „Verstehst du überhaupt etwas von Technik?“ fragte er den 25-jährigen, der in geduckter Haltung auf dem Sofa hockte und Mello mit seinen rot leuchtenden Shinigami-Augen ansah. „Ich denke schon dass ich in der Lage bin mich irgendwo reinzuhacken und etwas kurzzuschließen. Allerdings wird es extrem schwer werden mich in das Sicherheitssystem zu hacken ohne aufzufallen. Vielleicht gelingt es mir ja mit Matt eine entsprechende Lösung für das Problem zu finden. Was Rumiko angeht so denke ich dass sie es kaum erwarten kann, wenn sie ein paar Leute erschießen kann. Es wird ihr sicher eine Riesenfreude bereiten.“ Beim letztem Satz klang Beyond irgendwie niedergeschlagen und enttäuscht und so setzte sich Mello zu ihm um endlich mal Klarheit zu verschaffen. „Beyond, ich kenne euch beide ja erst seit ein paar Tagen aber was Matt und ich so von euch erzählt bekommen haben, hat mich sehr zum Nachdenken gebracht was euch beide betrifft. Ihr beide hattet eine schwere Kindheit und euch in dieser Zeit immer mehr voneinander distanziert und jeder hat sich seine eigene kleine Welt aufgebaut, in der er sich sicher fühlt. In deiner Welt gibt es dich und Rebirth. Du liebst ihn wie einen kleinen Bruder und beschützt ihn. In Rumikos Welt gibt es nur sie und jemanden, den sie vor Jahren verloren hat und immer noch verzweifelt sucht. Ihr beide habt eigentlich viel gemeinsam und im Grunde eures Herzens empfindet ihr immer noch Geschwisterliebe für den anderen aber andersherum könnt ihr euch eure Fehler und Verhaltensweisen nicht verzeihen. Du bist wütend auf sie weil sie Rebirth fast getötet hätte und weil sie der Liebling eures Vaters war. Du hast dich von ihr betrogen gefühlt nicht wahr?“ Was für eine verrückte Welt, dachte Mello und kratzte sich am Kopf. Immer hatte er sich mit irgendwelchen Problemen herumgeschlagen, immer andere als Kind damit genervt dass er die Nummer 1 sein wollte und hat versucht Near das Leben zur Hölle zu machen. Um seine eigene Kindheit hatte er sich selbst immer so ein Drama daraus gemacht aber wenn er hörte was anderen Kindern passiert ist, da fühlte er sich plötzlich so anders…. Als wäre er eigentlich gar nicht so cool und stark. Im Grunde war er trotz seines manchmal sehr hitzigen Temperaments ein sehr einfühlsamer Mensch, auch wenn er das niemals wahrhaben wollte. Für ihn war diese Charaktereigenschaft eine große Schwäche… „Und wenn schon“ murmelte Beyond „ich habe jahrelang darauf gewartet dass Rumiko sich endlich mal ändert. Dabei ist sie nur noch schlimmer geworden und so habe ich sie abgeschrieben. Sie wird sich niemals ändern und deswegen ist es mir auch egal was aus ihr wird.“ Das war eine Lüge, das spürte er ganz deutlich. Beyond war es nicht egal ob Rumiko nun starb oder nicht. Im Grunde genommen fühlte er sich auch mitverantwortlich, dass sie so geworden ist, nur wollte er das nicht zugeben. „Vielleicht will sich Rumiko ändern, nur sie kann nicht. Ihr ganzes Leben hat sie genau wie du in Einsamkeit und Verzweiflung verbracht und der Einzige, der ihr Halt gegeben hat war Jamie, der ja verschwunden ist. Ich glaube sie ist wütend auf dich weil du ihr nicht geglaubt und sie getröstet hast.“ „Wann hat sie das denn schon mal für mich getan? Sie war schon immer ein Problemkind gewesen. In der Schule saß sie ständig beim Rektor, ständig hat sie irgendwelchen Mist gebaut und war nie für mich da. Warum sollte ich also für sie da sein.“ Mello wollte etwas darauf erwidern, da kam plötzlich ein Anruf auf seinem Handy: Es war Rumiko. Seltsam, warum rief sie denn an? War etwas passiert? „Hier Mello, was gibt's?“ „Mello, mein Gefühl hat mich nicht getäuscht. Akito ist aus dem Krankenhaus entführt worden. Anscheinend hat der Arzt uns an Kira verpfiffen. Wir haben Misa erst mal in Unwissen gelassen um nicht noch mehr durcheinander zu bringen. Rebirth versucht im Moment herauszufinden wo sie den Kleinen hingebracht haben.“ Also doch, es war etwas passiert aber warum nur hatte Kira seinen Sohn aus dem Krankenhaus entführt? Akito war noch nicht überm Damm und der Arzt hatte gesagt dass er dringend im Krankenhaus bleiben muss, da seine Herzfrequenz wie auch seine Körpertemperatur noch niedrig waren. War er etwa bereit das Leben eines 6-jährigen zu riskieren? Fest stand dass Kira vorerst Nebensache war. Noch einmal ließ Mello nicht zu dass er einen Unschuldigen für seine Fehler sterben ließ. Er beauftragte Matt Rebirth bei seiner Suche nach dem geschwächten Akito zu unterstützen und schnappte sich sein Motorrad und fuhr zum Krankenhaus während Beyond die Stellung hielt. Immer wieder hatte Mello Nears furchtbar zugerichteten Körper vor Augen, eingequetscht unter einem schweren Holzbalken, der seine Beine zertrümmert hatte. Wie schlimm musste er wohl gelitten haben, nur weil ihn niemand gerettet hatte. Wenn er nicht so kopflos losgerannt wäre und auf ihn aufgepasst hätte dann hätte Near nicht derart qualvoll sterben müssen. Es dauerte eine ganze Weile bis Mello sämtliche Infos aus dem Arzt herausgeprügelt hatte und Matt die Spur wieder aufnehmen konnte. Allem Anschein nach wurde Akito in den Kiratempel gebracht und damit änderte sich so einiges an der Planung. Sie mussten so schnell es ging den Tempel stürmen und Akito befreien. Wer weiß was mit ihm passierte wenn er nicht schnell wieder ins Krankenhaus kam. Inzwischen waren alle wieder versammelt und Mello erklärte den Plan, den er mit Matt ausgearbeitet hatte. „Also gut, wenn wir Akito retten und Kira stellen wollen, müssen wir anders als wie bisher geplant vorgehen. Wie ihr wisst ist der Tempel in drei Ebenen aufgeteilt und bis jetzt hat es noch kein Eindringling bis in die dritte geschafft. Der Plan sieht so aus: Wir werden zusammen die erste Ebene einnehmen und Rebirth wird mit einem von Matt entwickelten Modul das System übernehmen und wenn Matt sich eingehackt hat, wird Rebirth zusammen mit Rumiko die zweite Ebene absuchen um Akito zu finden. Wenn er sich nicht dort befindet, werdet ihr beide mir und Beyond in die dritte Ebene folgen. Sollte sich Akito jedoch auf Ebene zwei befinden, wird er umgehend zum Ausgang gebracht. Rebirth, du wirst ihn zusammen mit Misa zum Flughafen bringen und sie werden mit dem nächsten Flug aus Japan verschwinden. Rumiko wird so schnell wie möglich zu uns kommen. Ich denke dass es kein Problem ist oder?“ „Der Kerl der mich umbringt muss erst noch geboren werden“ gab sie zur Antwort und schob sich einen Streifen Pfefferminzkaugummi in den Mund. „Solange ich nicht schon wieder so einen dämlichen Tanzfummel tragen muss, werde ich das schon hinkriegen.“ Damit war soweit alles geklärt und jeder begann sich für die Endrunde vorzubereiten. Da Rumiko die gefährlichste Aufgabe hatte, reichten dieses Mal Messer nicht auch aus. Sie brauchte schon schweres Kaliber. Granaten, Pistolen und ein Maschinengewehr und was besonders wichtig war: Genügend Munition. Solange sie Munition hatte, konnte sie es locker schaffen doch in dem Moment, wo ihr die Munition ausging, war ihre Überlebenschance niedriger als 10%. Zusätzlich bekam sie noch eine kugelsichere Weste, wie sie auch vom Militär eingesetzt wurde und ein abhörsicheres Funkgerät. Rebirth nahm kein Maschinengewehr, da so etwas für ihn nicht geeignet war, wenn er sich um Akitos Rettung kümmern musste. Stattdessen bekam er Gasgranaten, Pistolen und eine extra starke Taschenlampe. „Wozu brauch ich die denn?“ „Diese Leuchtstärke ist nur in Japan und China zugelassen. Sie ist so stark, dass man auf dieser Taschenlampe ein Spiegelei braten könnte und wenn jemand geblendet ist, kann er auch nicht schießen. Wenn du dich mit dem Auto absetzen willst, kannst du die ja zur Not einsetzen.“ Rebirth war sich nicht sicher ob er wirklich dieses Ding mitnehmen sollte aber dann packte er sie doch ein und bekam noch die Standartausrüstung: Schutzweste, Funkgerät und mehr als genügend Munition. Ihm wurde erklärt, was er machen sollte wenn er das Modul an den Computer anschließen sollte und dann begannen sie die Fluchtroute zu planen. Beyond blieb selbstverständlich auch nicht untätig und besuchte Misa im Krankenhaus. Sie war entlassen worden und wusste noch nichts von der Entführung ihres Sohnes. Das sonst so hübsche Model wirkte abgekämpft und müde und sie wirkte älter als sonst. Als sie Beyond sah, stand sie auf und eilte zu ihm. „Beyond, ich habe mit sämtlichen Ärzten gesprochen aber niemand kann mir etwas über meinen Sohn sagen. Ich weiß nicht was mit ihm ist und ob es ihm gut geht. Sag, weißt du etwas?“ „Misa, beruhige dich erst einmal. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen, es wird alles gut gehen. Allem Anschein nach hat Kira erfahren wo sich Akito befindet und hat ihm aus dem Krankenhaus entführt und zum Kiratempel gebracht.“ Als Misa das hörte, brach sie in Tränen aus und da er sich nicht anders zu helfen wusste, nahm Beyond sie tröstend in den Arm. „Du brauchst dir keine Sorgen zu machen Misa. Wir werden Akito befreien und dafür sorgen dass Kira euch nichts mehr antun wird. Alles wird wieder gut werden.“ Es brauchte eine ganze Weile um Misa zu beruhigen und Beyond brachte sie wieder ins Hauptquartier wo wirklich alles auf Hochtouren lief. Rebirth und Rumiko trainierten mit den Kampfrobotern im Dachgeschoss (Auch wenn es immer wieder in heftigen Konflikten endete weil sie immer der Meinung ist, dass Rebirth nur ein Klotz am Bein wäre) und Mello ging noch mal die Baupläne durch um wirklich für alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Wenn alles gut ging, dann würde Akito schnell wieder bei seiner Mutter sein und Mello würde endlich seine Rache vollziehen. Gerade wollte Mello noch seine Ausrüstung durchgehen da sah er Misa hereinkommen und nahm sie in Empfang. Sie sah wirklich furchtbar aus, so blass, alt und abgekämpft. Sie hatte immer noch Tränen in den Augen aber sie wirkte so entschlossen wie noch nie. „Es ist jetzt auch für mich an der Zeit stark zu sein und das Richtige zu tun.“ Sie holte das Death Note aus ihrer Tasche und reichte es Mello. „Mello, hiermit trete ich das Besitzrecht an das Death Note ab. Es gehört nun dir. Ich werde sämtliche Erinnerungen daran verlieren sowie auch mein Shinigami-Augenlicht. Tu was du für richtig hältst und mach mit diesem furchtbaren Notizbuch was du willst aber bitte rette meinen Sohn! Ich will dass Kira bezahlt für das, was er meinem Sohn angetan hat.“ Nun hatte Misa endgültig einen Schlussstrich gezogen, nachdem sie erfahren hatte dass Kira seinen Sohn aus dem Krankenhaus entführt hatte und sich dazu entschieden alles zu tun, um für Akito die Mutter zu sein, die er brauchte. Endlich hatte sie erkannt, dass Kiras Ziele nichts mehr mit Gerechtigkeit zu tun hatten sondern dass er ein Tyrann war, der selbst vor Mord an Unschuldigen nicht mehr zurückschreckte. „Bist du dir auch ganz sicher Misa?“ „Wenn ich wenigstens auf diese Weise helfen kann, dann bin ich mir sicher. Ich will dieses Death Note nicht mehr.“ Als Mello das Death Note entgegennahm, schien der seltsame Glanz aus Misas Augen zu verschwinden und ihre blauen Augen sahen wirklich genauso aus wie die von Akito. Er hatte tatsächlich die Augen seiner Mutter, Augen voller Herzensgüte und Wärme. „Misa, du bist wirklich eine wundervolle Mutter und Akito kann froh sein dich zu haben. Vergiss das niemals. Und mach dir keine Sorgen: Wir holen Akito da raus.“ Misa hatte jetzt keine Erinnerungen mehr an Kira und das Death Note, sie wusste nicht dass Akitos Vater und der Mann, den sie liebte Kira war. Sie wusste wahrscheinlich nur noch dass Kira ihren Sohn entführt hatte. Ob er ihr das erzählen sollte? An was genau erinnerte sie sich eigentlich? „Liebst du Light Yagami?“ Sicher würde sie die Frage mit „Ja“ beantworten. Woher sollte sie auch wissen dass er seinen Sohn aus dem Krankenhaus entführt und sie beide nur benutzt hat? Misa schien etwas verwirrt über diese Frage zu sein, doch dann antwortete sie „Ich weiß nicht… Irgendwie sind meine Gefühle zu Light nicht mehr die, die es eigentlich immer waren. Wo ich ihn doch sonst immer so sehr geliebt habe, bin ich jetzt wütend auf ihn, so als wäre etwas passiert, was ich ihm nicht verzeihen könnte. Aber ich weiß einfach nicht was.“ So war das also, dachte Mello und steckte das Notizbuch ein. Selbst wenn sie ihre Erinnerungen verliert, bleiben ihre Gefühle gleich. Er begann ihr alles zum Death Note zu erzählen und was es mit ihrer Wut auf Light auf sich hatte. Misa sagte nichts, ihre Gefühle waren kaum zu deuten und sie setzte sich schweigend hin. Dann aber ging sie zu einem Spiegel, der an der Wand hing und löste ihre Zöpfe, die immer ihr Markenzeichen gewesen waren und ihr ihren Teenagercharme gegeben hatten. Sie wirkte auf einmal wirklich erwachsen, nicht mehr wie ein kindisches frisch verliebtes Schulmädchen. „Für mich wird es an der Zeit mein Ich zu ändern. Ich bin nicht mehr länger das naive Mädchen, welches sich in einen Menschen verliebt hat, der meine Liebe nur für seine Zwecke benutzt hat und mich und meinen Sohn töten wollte. Jetzt bin ich nur noch Akitos Mutter und als solche werde ich nie wieder etwas mit Kira zu tun haben wollen.“ Tatsächlich hatte sich die Misa, die da vor ihnen stand, äußerlich wie auch innerlich sehr gewandelt. Tatsächlich wirkte sie jetzt wie eine erwachsene zu allem entschlossene Frau und diese Verwandlung war endgültig. Hosted by Animexx e.V. (http://www.animexx.de)