Sternchensuppe von Berrii ================================================================================ Kapitel 1: Montag ----------------- "Guten Morgen!", die Klassenlehrerin betrat das Klassenzimmer der 11b und die Klasse antwortete ein murrendes "Morgen" zurück. Ja, es war Montag, der Tag nach dem Wochenende und so ziemlich jeder hatte keinen Bock auf Unterricht. Nino saß müde auf seinem Platz, dirket zwischen zwei Mädchen, die grade aufgeregt miteinander tuschelten. "Anne, Nino und Kathrina!", die Lehrerin stellte sich vor ihre Tischreihe, "Im Unterricht wird nicht gesprochen, es sei denn, ihr wollt etwas zum Unterricht beitragen!" "Ich hab nicht-" "Willst du wiedersprechen, Nino?", unterbrach die Lehrerin Nino. Ja, so lief es immer, die zwei Schnatterenten quatschten und er bekam Ärger dafür. Er gab auf, hatte alles eh keinen Sinn. Die Lehrerin widmete sich wieder der Tafel und schrieb etwas an. "Kann sich das Mädchen nicht wehren? Oh, wir bemitleiden dich!", kam es leise von hinten. Ein gehässiges Kichern folgte. Plötzlich klopfte es an der Tür und die Schulsekretärin schaute rein: "Frau Müller, ich habe einen neuen Schüler für sie!" Die Lehrerin schaute zu ihr und schenkte dem wahrscheinlich hinter der Sekretärin stehenden Schüler ein Lächeln: "Okay, komm rein!" Der Schüler betrat die Klasse und sofort herrschte Stille im Klassenraum. Der Junge hatte eine schwarze Röhrenjeans an, trug graue Chucks und hatte ein weißes Shirt mit einem erhängten Chibi-Panda drauf an. Seine schwarzen Haare waren zu einer ganz typischen Emofrisur verstruppt und in der Unterlippe glänzte ein Lippenpiercing. "Guten Morgen!", Frau Müller reichte dem Neuen kurz die Hand, "Wie ist dein Name?" Der Schüler stöhnte genervt auf: "Laurin Pikka." Immer noch Stille. Dann fing das Gekicher in jeder Ecke des Klassenraumes an. "Hey!", Frau Müller warf der Klasse einen bösen Blick zu, "Dann setz dich bitte." Laurin sah mit hochgezogener Augenbraue kurz durch die Klasse. Dann warf er der Lehrerin einen sarkastischen Blick zu: "Mensch, die Auswahl an freien Plätzen is auch total extrem!" Ja, es war kein Platz frei. Frau Müller schaute sich ebenfalls um: "Ähm, geht einer bitte mit Laurin einen Tisch und einen Stuhl holen?" "Nina, ein Job für dich!", trällerte ein Hopper von weiter hinten in Richtung Nino. "Marcel, das heißt Nino!" Irgendwie sagte Frau Müller auch nie wirklich, das Nino ein Junge war. Das man ihn Nina nannte kam oft vor, doch nie kam von ihr "Er heißt Nino" oder "Dein Klassenkamerad heißt Nino". Keine wirkliche Vermännlichung. Vorallem "das". Er war ein "das". "Marcel, hol du bitte mit Laurin einen Tisch!" "Ich und Max machen das alleine, noch ein Mädchen an der Backe brauch ich dafür nicht!", der Hopper ging mit seinem Kumpel los und knallte beim Gehen die Klassentür zu. Die Lehrerin seufzte genervt und widmete sich der Tafel wieder zu. Nino beobachtete Laurin. Er warf Frau Müller einen verachtenen Blick zu und lehnte sich schließlich an die Wand neben der Tür, seine schwarze Umhängetasche, die mit Buttons übersät war, ließ er einfach daneben zu Boden fallen. "Hmm, der scheint wohl miese Laune zu haben.", flüsterte Anne zu Nino. "Hey Anne, das ist doch normal bei Emos, die sind doch nicht glücklich!", kicherte wieder ein Klassenkamerad von hinten, der mitgehört hatte. "Ha ha, sehr witzig, du Idiot, ich bin schlecht gelaunt, weil ich in einer Klasse voller Schwachmaten geraten bin!", zischte Laurin und warf dem anderen einen bösen Blick zu. "Huhu, willst du mir jetzt Angst machen, Laura?" Die ganze Klasse lachte los. Bis auf einen. Nino sah beschämt weg. Seine Klasse war einfach nur eine Blamage! "Jetzt ist hier aber Ruhe!", Frau Müller sah sich um, dann schaute sie zu Laurin: "Und du beleidigst bitte nicht deine neue Klasse!" "Ts!", Laurin verschränkte genervt die Arme, als die Tür wieder aufging und endlich Tisch und Stuhl für ihn kamen. Sie stellten den Tisch mit dem Stuhl an die Tischreihe bei Nino: "Bitteschön, Madam!" "Dankeschön, Analphabet!", Laurin setzte sich, Frau Müller ignorierte die Nettigkeiten zwischen ihren Schülern. "Hey!", sprach Kathrina Laurin grinsend an. Laurin wandt seinen Blick fragend zu ihr: "Was ist?" "Wo kommst du denn her?" Laurin merkte, das sie es gut meinte und wurde etwas netter: "Aus Bremen." "Oh, weiter Weg bis nach Potsdam. Darf ich fragen wie es dazu kam?" "Meine Mutter hatte die Wahl zwischen Hannover und Potsdam eine neue Stelle zu kriegen und weil sie meinte, mir bekomme weder Bremen noch Hannover gut, hat sie sich für Potsdam entschieden." Anne klinkte sich mit in das Gespräch ein: "Aber Potsdam ist echt toll! Ich bin übrigens Anne und das is Kathrina und das ist Nin-" "Nina!", kam es wieder von hinten. Gedemütigt ließ Nino den Kopf sinken. War ja klar. Jetzt war mal endlich noch ein anderer Emo mit in seiner Klasse und alle hackten auf ihn rum. "Ich glaube Nino kann selber reden denn er hat einen Mund und ich denke, das er es nicht so mag, wenn man ihn so nennt!" >Wow, drei mal vermännlicht!<, dachte Nino und grinste glücklich in sich hinein. Laurin gefiel ihm immer mehr. Von hinten kam nichts mehr und so blickte Laurin grinsend zu Nino: "Wie hast du das nur mit solchen Idioten in der Klasse bis jetzt ausgehalten?" "Ich versuche es zu ignorieren.", antwortete Nino wahrheitsgemäß. Laurin grinste ihn an, als mal wieder Frau Müller vor ihnen stand: "Nino, im Unterricht wird nicht gesprochen! Geh bitte an die Tafel und löse die Aufgabe!" Seufzend stand Nino auf und ging zur Tafel. Mathe. Und er hatte nicht aufgepasst. Aber das war egal, das wusste er, genauso wie es Frau Müller und die ganze Klasse wusste. Nino konnte alles, doch Sinn der Bestrafung war nicht, das er rechnen musste, sondern das er vorne stand. Erstmal musste er die Tafel ganz runterdrücken, mit seinen 1,56m war die Tafel zu weit nach oben geschoben. Mit seiner sauberen Schrift schrieb er den Rechenweg und das Ergebnis auf. "Mädchenschrift!", kommentierte jemand mal wieder. Nino seufzte. Schon wieder. Laurin staunte, das er ohne Probleme die Aufgabe löste, er selbst hatte nicht aufgepasst und hätte, selbst wenn er das getan hätte, diese Aufgabe wohl nicht richtig lösen können. "Guckt mal, sie hat ein Zielkreuz auf den Arsch!", lachte der Hopper Marcel wieder. Nino hatte zwei Nietengürtel um, der eine schwarzweiß, der andere schwarzpink und sie gingen über Kreuz. "Hmm, woher weißt du bloss, dass man das Zielkreuz nennt? Hast Erfahrung mit Jungs, bist schwul, was?", lachte Laurin und auch Nino musste kichern. "Laurin Pikka!", Frau Müller baute sich sauer vor ihm auf, "Verlass sofort den Raum!" "Wieso denn? Ich hab ihm doch nichts getan.", meinte Laurin ruhig, "Außerdem reicht Laurin." "Raus, sofort!" "Dann bestehe ich darauf das Marcel auch raus muss, oder haben sie überhört, das er Nino piesakt?", den letzten Satz betonte Laurin besonders deutlich. Frau Müller seufzte genervt: "Gehen sie endlich raus, Marcel, sie auch!" "Was?!", meckerte dieser los. "Gehen sie jetzt sofort! Beide!", befahl die Lehrerin laut. "Das kriegst du noch zurück, du blödes Weib!", zischte Marcel beim Rausgehen zu Laurin. "Pass auf, oder ich zeig dir auf einem bestimmten Weg, das ich ein Kerl bin und das willst du bestimmt nicht!", antwortete Laurin zuckersüß zurück. Nino setzte sich grade hin und warf Laurin einen bemitleidenen Blick zu, der ihn daraufhin nur angrinste. Hosted by Animexx e.V. (http://www.animexx.de)