Enthüllungen und Geständnisse von goldenchie ================================================================================ Kapitel 17: Kurzer Besuch im Daruma-ya -------------------------------------- „.........“ = wörtliche Rede >........< = Gedanken [..........] = persönliche Kommentare der Autorin unterstrichene Worte sind betont _____________________________________________________________________________________________________ ... Eine Weile herrscht Stille zwischen den beiden, jedoch hat dieses Schweigen nichts Bedrückendes oder Krampfhaftes an sich. >Sie hat sich unglaublich schnell weiter entwickelt; ... und sie tut sich offensichtlich wesentlich leichter damit als ich...<, seufzt Ren innerlich auf. „Das ist eine gute Einstellung.“, sagt er schließlich. --------------------------------------------------------------------------------------- Nach dem Essen – bei dem Ren die ganze Zeit vergnügt in sich hinein gegrinst hat [Ihr wisst schon, warum. ^^] – machen die beiden sich wieder auf den Weg nach Hause, um dort mit dem Unterricht fortzufahren. Kyoko muss sich noch viele Notizen machen an diesem Nachmittag, so dass sie am Ende fast 30 Seiten beschrieben hat. Bei aller Arbeit haben sie jedoch auch eine Menge Spaß. Am frühen Abend beendet Ren die Lektionen für heute. „Puhh, ... ich hoffe, das war nicht zu viel für einen Tag...“, meint er. Kyoko lächelt. „Ach, ich hab doch die Notizen. Die gehe ich in den nächsten Tagen nochmal durch.“ „Ja, ... ich denke, das wird reichen. – Aber mal was Anderes: Sawara-san will ja offenbar ein Fotoshooting für dich organisieren, damit du ausprobieren kannst, wie du von den Pressefotografen am vorteilhaftesten aufgenommen wirst.“ Das Mädchen verdreht verlegen die Augen und seufzt. „Keine Sorge“, lacht Ren, „wird schon nicht so schlimm werden. – Aber es wäre günstig, wenn du vorher das Posen mal vor einem großen Spiegel üben würdest, vorzugsweise ganz allein für dich.“ Der Schauspieler schürzt die Lippen leicht und grinst schräg. „Ich weiß nämlich, wie bescheuert man sich vorkommt, wenn man so was zum ersten Mal macht.“ Kyoko lächelt zwar, ist jedoch ziemlich rot geworden und weiß absolut nichts darauf zu erwidern. „Drüben im Schlafzimmer ist ein großer Spiegel, in der Schranktür ganz rechts. Wenn du die öffnest, kannst du sie aufklappen und hast dann eine große, bodenlange Spiegelfläche. – Wie wär’s, wenn du es die nächsten zwei Stunden einfach mal probierst, ... ich muss ohnehin langsam mal meinen Text lernen.“ „Na gut.“, seufzt das Mädchen und nimmt ihren Block vom Tisch. „Bis später dann.“ „Ja, bis später.“ >Will er mich jetzt loswerden?<, fragt sie sich auf dem Weg ins Schlafzimmer. >Ob ich ihm langsam auf die Nerven gehe? – Dabei hatten wir soviel Spaß heute ... und er hat richtig oft gelächelt, sogar ein paar Mal herzhaft gelacht...< >Eigentlich möchte ich nicht, dass sie jetzt zwei Stunden weg ist<, sinniert Ren Tsuruga leise seufzend, während er das aktuelle Drehbuch aufschlägt, >aber ich muss wirklich langsam wieder an meine Arbeit denken. – Ich glaube, ich bin jetzt endlich ruhig genug, um mich aufs Textlernen konzentrieren zu können. – Dabei wär’s so schön, wenn sie mir die Stichworte geben würde...< Als er jedoch an die Liebesszenen im Skript denkt, verfärbt sich sein Gesicht postwendend tomatenrot und er stöhnt leise auf. >Wäre wohl doch nicht so eine gute Idee...< Es dauert noch fast eine Viertelstunde, bis es ihm endlich gelingt, sich soweit zu beruhigen, dass er tatsächlich seinen Text behalten kann, dann jedoch arbeitet er so effektiv und konzentriert wie er das aus den Zeiten kannte, als Kyoko schon längst aus seinem Leben verschwunden schien... „Guten Morgen, Okami-san“, grüßt Kyoko herzlich am nächsten Morgen gegen halb Acht, als sie das Daruma-ya mit Ren im Schlepptau betritt. „Morgen, Chef.“ Auch Ren begrüßt das Ehepaar, mit einer etwas merkwürdigen Mischung aus perfektem Gentleman- Smile und echtem Lächeln. (Vor allem deshalb, weil er, obwohl man ihm nicht das Geringste ansieht, doch etwas nervös ist, Kyokos Zieheltern gegenüber zu stehen.) „Guten Morgen, Okami-san, ... Morinaga-san. Hajimemashite.“, sagt er und verbeugt sich höflich vor dem Ehepaar. Hana Morinaga [Die Okami-san; den Namen hab ich erfunden. Soweit ich weiß, wird der Name des Ehepaars nirgendwo erwähnt, jedenfalls habe ich nichts gefunden.] ist sofort hin und weg von der gut aussehenden, wohlerzogenen Gestalt vor sich. Mit glänzenden Augen strahlt sie Ren an, als sie die Begrüßung erwidert. Makoto Morinaga, ein bisschen bärbeißig wie immer, ist eher misstrauisch, ahnt er doch, dass dieser Mann mit seinen guten Umgangsformen und dem gewinnenden Lächeln höchstwahrscheinlich bei den Frauen gut ankommt. [O.K., Kenner würden das schlicht Eifersucht nennen, besonders, wenn man seinen skeptischen Seitenblick auf seine nach wie vor begeisterte Gattin bedenkt...^^’] „So“, meint er kühl, „Sie sind also Tsuruga-san. Freut mich, Sie kennen zu lernen.“ Ganz so groß kann die Freude nicht sein, denn sein argwöhnischer Blick ändert sich kaum. Ren Tsuruga gerät unter der glatten Oberfläche heftig ins Schwitzen. „Darf ich Ihnen einen Tee anbieten, Tsuruga-san?“, wirft die Okami-san ein; sie hat den Seitenblick ihres Mannes bemerkt und kennt ihn nur zu gut. [Insgeheim freut sie sich jedoch, dass er auch nach 20 Jahren noch eifersüchtig ist... ^^] „Sehr gerne, vielen Dank.“, lächelt Ren freundlich. „Es wird ja sicher ein bisschen dauern, bis Mogami- san ihre Sachen zusammengepackt hat.“ „Stimmt.“, sagt Kyoko. „Ich geh dann mal hoch, bis gleich.“ Höflich verbeugt sie sich vor dem Ehepaar. „Warte einen Augenblick, Mogami-san.“, zügelt Ren sie. „Denk bitte unbedingt an die hohen Schuhe, damit du das Laufen darauf üben kannst. Es wäre fatal, auf dem roten Teppich zu stolpern ... und flache Schuhe wirken einfach nicht bei einem Abendkleid.“ „In Ordnung.“, erwidert das Mädchen gelassener als sie sich fühlt und macht sich dann auf den Weg zu ihrem Zimmer. Als sie eine Viertelstunde später umgezogen und mit fertig gepackter Tasche wieder in die private Küche des Daruma-ya kommt, hat sich das Gesprächsklima dort deutlich entspannt. >Was hat er gemacht, um den Chef zu knacken?!<, fragt sie sich verwirrt, ... gibt sich die Antwort jedoch gleich selbst. >Ach, wahrscheinlich nur das Übliche... Hätte nicht gedacht, dass selbst der Chef sich von diesem Gentlemanlächeln einwickeln lässt. – Aber Ren Tsuruga ist nun mal ein erstklassiger Schauspieler...< [Was sie nicht weiß, ist, dass Ren es ganz einfach mal mit Ehrlichkeit versucht hat und dem Ehepaar gesagt hat, dass er sehr erleichtert ist, dass Kyoko hier gewissermaßen Familienanschluss hat ... und so nicht völlig auf sich allein gestellt ist. ^^] So fällt die Verabschiedung der beiden jungen Leute eindeutig herzlicher aus als die Begrüßung zuvor. „Ruf an, wann du Sonntagabend genau kommst, Kyoko-chan!“, ruft die Okami-san ihr noch hinterher. „Und halte dich aus der Sonne raus ... und überanstreng dich nicht!“ Ren grinst breit. „Dafür sorg ich schon.“, gibt er zurück und öffnet dem Mädchen die Wagentür, bevor er sich hinters Steuer setzt. „Ein sehr netter und ernsthafter Mann“, meint Hana, als die jungen Leute außer Sichtweite sind. „und so charmant.“ „Ja ja“, grummelt ihr Mann, „hab ich schon gemerkt, dass du ganz vernarrt in ihn bist.“ Seine Frau nimmt lachend seinen Arm. „Mach dir keine Gedanken, Makoto, ich weiß schon, was ich an dir habe. Du bist und bleibst der wichtigste Mensch in meinem Leben.“ Sachte drückt sie ihm ein Küsschen auf die Wange, das Gesicht leicht gerötet, ... was dem Chef des Daruma-ya ein zufriedenes Lächeln aufs Gesicht zaubert. „Das wollte ich hören, Liebste. – Dass er so charmant ist, hat ihn in meinen Augen eher verdächtig gemacht. Kyoko-chan hat trotz ihrer Jugend schon einiges durchgemacht, aber dafür kaum Erfahrungen... na ja, du weißt schon womit. – Ich würde keinem mehr verzeihen, der ihr wehtut. Aber er scheint sich ernsthaft um ihr Wohlergehen zu bemühen...“ „Was meinst du, ... ob zwischen den beiden was läuft?“ „Ich weiß nicht. – Aber ich glaube, dass die Verbindung zwischen ihnen stärker ist, als sie zugeben. Mir ist nur nicht klar, ob es ihnen auch bewusst ist...“ Hosted by Animexx e.V. (http://www.animexx.de)